27. Januar 2021

Robert Rankin – Warten auf OHO

Der etwas sperrige deutsche Titel, der im Original Waiting for Godalming lautet, lies mich furchtbares hinsichtlich der Übersetzung des Romans erwarten. Zusätzlich nicht besser wurde das Gefühl, durch den Sondereinband von Bastei Lübbe mit Stickern, die man auf die Buchklappen kleben kann, wenn man dies möchte und auch gleich auf den ersten paar Seiten kam eine furchtbare „Nichtübersetzung“ der „Wrong’uns“ vor. Davon aber nicht entmutigt blieb ich am Ball und wurde bald zu den wesentlichen Helden dieser sehr unterhaltsamen Geschichte, Lazlo Woodbine und Icarus Smith geführt. Ersterer ist der besten Detektiv der Welt, der einen Schutzengel in Form eines Rosenkohls in seinem Kopf hat, der im Hilft das Leben zu bestreiten. Zweiterer ist ein moderner Held der Relokation von Gegenständen – was andere profan als Diebstahl beschreiben würden.

Durch die gezielte Relokation bestreitet Icarus nicht nur seinen Lebensunterhalt, nein er versucht auch die Dinge an einen sinnvolleren Platz in der Welt zu bringen, nämlich dahin, wo sie hingehören.
Jetzt hat Icarus aber ein Problem, welches die Welt aus den Angeln heben wird: Er klaut in einem Friseurladen, dem größten Feind der Menschheit eine Aktentasche, die dazu führen kann, dass die Weltherrschaft des Bösen über die Welt ins Wanken gerät. Selbstverständlich muss die Tasche wieder zum Eigentümer zurück und dieser setzt alles daran, die Tasche wiederzuerlangen.
Dazu wird Lazlo engagiert, da er der Beste ist. Leider kommt im der Auftrag seines Lebens dazwischen: Gottes Frau sucht ihren Mann, der auf der Erde sein muss, um ein bisschen Auszuspannen. Also macht er sich auf, diesen Auftrag – den er nicht ablehnen kann – zu klären und rettet dabei gleich die Welt noch mit…

Wie erwähnt, nach anfänglichen Bedenken, habe ich das Buch mit viel Spass und ohne große Unterbrechungen durchgelesen, der Plot schaltet geschickt zwischen den beiden Akteuren hin und her, so dass man immer im Wechsel schön verfolgen kann, wie es sich aufeinander zu bewegt. Dabei sind aber genug Wendungen und geniale / skurile Ideen vorhanden, die regelmäßig einen davon abbringen, zu sagen, habe ich doch gewusst, dass das jetzt kommt.
Leider habe ich aber doch an einigen Stellen den Eindruck, dass ich es mir lieber im Original besorgt hätte, was ich beim nächsten Rankin auf jeden Fall machen werde, da die Gags doch oft Wortspiele sind, die dann mit Anmerkungen des Übersetzers versehen sind.
Alles in Allem aber sehr gute Unterhaltung auf spassigem Niveau, die Spannung und Fantasie gleichermaßen fordert.

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